Dorfjubiläum

1250 Jahre Rüssingen

Bekanntmachung

01.01.2024 – 14 Uhr
„Hiermit wird allen Bürgerinnen und Bürgern, allen Kindern und jungen Leuten, der gesamten Bevölkerung, allen die hier wohnen und allen die von auswärts kommen bekannt gegeben: dass die Gemeinde Rüssingen dieses Jahr ihren 1250. Geburtstag feiert.
Am 4. April des Jahres 773 wurde im Kloster Lorsch durch einen Mönch der Name Rüssingen für ewige Zeiten aufgeschrieben. Aus diesem ehrenvollen Anlass wollen wir im neuen Jahr bei vielen Veranstaltungen miteinander feiern. Wir bitten um rege Beteiligung.
Hochachtungsvoll, die Gemeindevertretung!“

Wie einst üblich, wurde im Jubiläumsjahr die persönliche Bekanntmachung durch eine historische Figur und einen Ausscheller wieder zum Leben erweckt.

Beginnend am 1. Januar wurden alle 13 Veranstaltungen im Laufe des Jahres feierlich ausgerufen.

Logo brauchen wir ein Logo!
Für das Jubiläumsjahr hat Sybille Raichle ein neues Logo entworfen, das u.a. die Dorfeingangstafeln, Polo-Shirts und Jubiläumsweinflasche schmückt.

Zu sehen ist das Wahrzeichen unserer schönen Landschaft, der Donnersberg, das Pferd als Rüssinger Wappentier und das Herz, das die Offenheit der Menschen – das herzliche Willkommen ausdrücken soll.

Galeria Rossunga – Rüssingen stellt sich vor!
Auf 52 Mini-Leinwänden 30 x 30 cm zeigt Rüssingen seine Vergangenheit, Gegenwart und
blickt in die Zukunft. Die kreativ und informativ
gestalteten Leinwände wurden von 21 Erwachsenen und Kindern gemalt, gezeichnet, geklebt und beschriftet.

Die Historie zeigt die Rüssingen Formation, das älteste Pflugschar der Welt und den Rüssinger Typus, die drei Alleinstellungsmerkmale. Sie benennen die Römer, Franken, den Lorscher Codex, König Adolf von Nassau, die verschwundene Wallfahrtskirche Heiligkreuz, die Protestantische Kirche und die in den 1970er Jahren erbaute Katholischen Kirche, Kerwe und Stabaus. Das, was Rüssingen unter anderem heute auszeichnet, ist mit dem Dorfgemeinschaftshaus, dem Dorffest, dem Nikolausmarkt, der Buchhaltestelle, der Gaulssteigwanderung, den Aktivitäten und Angeboten der Vereine, dem ehrenamtlichen Engagement, darunter den Arbeitskreis Dorfentwicklung und Geschichte, die Dorfpost sowie die Freiwilligen Feuerwehr
festgehalten. Einige Leinwände berühren sowohl die Gegenwart und weisen gleichzeitig in die Zukunft. Es geht dabei um die „Silver Surfer“, den neuen Spielplatz und die Windräder für eine gute Zukunft.

Geschichtlicher Vortrag März 2023
Dr. Sabine Klapp vom Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde Kaiserslautern berichtete über die Zeit der Rüssinger Ersterwähnung bis hin in die Gegenwart.

Festakt zum 1250. Geburtstag
Es geschah im Jahr 773, zur Herrschaftszeit Karls des Großen, als der freie Bauer Albuin aus dem Wormsgau sich ins Kloster Lorsch begab, um der Mönchsgemeinde ein halbes Joch Ackerland in der „Rossunger Marca“ schenken. Natürlich trennte er sich von diesem Besitz nicht ohne Grund: Ihm war sehr am
Seelenheil seines verstorbenen Bruders Raginrich gelegen, und er fürchtete, dass dieser ohne die Gabe an die frommen Brüder noch lange im Fegefeuer leiden müsse.

Ob es sich damals tatsächlich so zugetragen hat, wissen wir nicht, doch das kleine Theaterstück, dass die Gäste zum Festakt anlässlich des 1250-jährigen Bestehens der Gemeinde zu sehen bekamen, machte es durchaus plausibel.


Tag des Buches
„Literarisches von historischen Personen“

Passend zum 1250-jährigen Jubiläum gab es historische Beiträge, unter anderem einen Auftritt von „Johannes Gutenberg“ sowie Texte aus der Rüssinger Chronik. Ein besonderes Highlight für die Kinder war das Mitmach-Märchen „Schneewittchen“, bei dem sie selbst Rollen übernahmen und mit großem Applaus belohnt wurden.

Studienfahrt zum Kloster Lorsch
Im Jubiläumsjahr führte eine Fahrt zur geschichtsträchtigen Stätte nach Lorsch, wo Rüssingen am 4. April 773 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Gruppe wurde von der beeindruckenden Königshalle empfangen und erhielt in Führungen Einblicke in das Klostergelände, die Überreste der Basilika und den Kräutergarten. Auch die Ausstellungen mit dem nachgestellten Skriptorium boten interessante Eindrücke.

Lebendige Museumsstraße
Die Denkmalzone in der Hauptstraße verwandelte sich für zwei Tage in eine „Lebendige Museumsstraße“ und damit in ein einzigartiges Freilichtmuseum. Geöffnete Höfe präsentierten historische Schätze und ihre heutige Nutzung, idyllische Gärten luden zum Verweilen ein.

Zahlreiche Stationen erinnerten an die Geschichte und Traditionen des Dorfes. Mehr als hundert Mitwirkende in historischen Gewändern – von der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert – ließen vergangene Zeiten lebendig werden und setzten die Historie Rüssingens eindrucksvoll in Szene.

Geschichtscafé
Geschichtscafé unter dem Motto „Heimweh nach Rüssingen“ Neben Seniorinnen uns Senioren kamen auch viele Ehemalige, um an ihren früheren Wohnort zurückzukehren und Erinnerungen aufleben zu lassen.

Bei Kaffee und hausgemachtem Kuchen, historischen Bildpräsentationen sowie Beiträgen zur Dorfgeschichte wurde die Vergangenheit lebendig – von der Zeit König Adolfs von Nassau bis in die Gegenwart. Höhepunkt waren mehrere Rundfahrten mit dem historischen „ALTE-WELT-BUS“ durch Rüssingen und die nähere Umgebung. Der Nachmittag bleibt als besonders gelungen und stimmungsvoll in Erinnerung.

Kindergeburtstag
Über den ganzen Ort verteilt luden zahlreiche Mitmach-Stationen zum Spielen, Entdecken und Genießen ein.

Ob Wasserraketen, Fußballaktionen, Schnitzführerschein, Stockbrot, Pizza backen, Samenkugeln herstellen, Singen in der Kirche oder Schminken und Märchenstunde – überall warteten kreative und spannende Angebote. Für Essen und Getränke war ebenfalls gesorgt. An diesem Sommertag verwandelte sich Rüssingen in einen großen, fröhlichen Spielplatz für Kinder und ihre Familien.

Festumzug am Kerwesonntag
Insgesamt 25 Zugnummern zogen – jeweils mit Schildern angekündigt – durch die Straßen und boten den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern ein eindrucksvolles Bild.

Musikalisch begleitet wurde der Festzug von befreundeten Kapellen und Musikgruppen. Neben historischen Darstellungen beteiligten sich örtliche Vereine, Kindertagesstätten, Feuerwehren sowie verschiedene Kerwegemeinschaften aus der Umgebung. Auch Hoheiten, Jugendgruppen und Fastnachtsaktive sorgten für Vielfalt und gute Stimmung. Der Umzug wurde zu einem festlichen Höhepunkt im Jubiläumsjahr und begeisterte die ganze Gemeinde.

Gaulssteig im historischen Gewand
Entlang der Hauptstraße „öffneten sich Fenster und Türen“ – und damit lebendige Szenen aus vergangenen Jahrhunderten.

Schauspielerinnen und Schauspieler stellten prägende Persönlichkeiten und Begebenheiten der Dorfgeschichte dar: Auswandererschicksale des 19. Jahrhunderts, die alte Schmiede, 137 Jahre Wirtshaustradition, der „Zucker-Knappe“ mit seinen Pralinen, die Entstehung der weltbekannten Sarotti-Figur durch einen gebürtigen Rüssinger sowie eine bewegende Erinnerung an die Rettung einer jüdischen Frau in der NS-Zeit.

Auch der Weinbau, der seit der Römerzeit zur Ortsgeschichte gehört, fand seinen Platz, bevor die Wanderung auf dem Vereinsgelände des Natur- und Vogelschutzvereins gemütlich ausklang.

Rüssinger Reminiszenzen von Jacob Lauermann
Im Jubiläumsjahr erinnerten ausgewählte Texte an den 1876 in Rüssingen geborenen Dichter und seine enge Verbundenheit zu seinem Heimatort.

Seine Werke schildern Kindheitserlebnisse, Ferien in Rüssingen, die Kerb und liebevolle Gedanken an Menschen und Orte des Dorfes – Ausdruck einer lebenslangen Heimatliebe.

Im Galopp durch die Zeiten
Lebendige Präsentation der Rüssinger Geschichte.
Berühmte und unberühmte Personen aus vergangenen Zeiten bis heute stellten sich vor und erzählten ihre Geschichten. Zeitgeschichtliche Gegebenheiten von 773 bis 2023 spielten die Rüssinger Bürgerinnen und Bürger einfallsreich vor. Wie die Menschen früher im Mittelalter und heute im Digitalzeitalter lebten waren die zentralen Fragen, denen die Moderatorin, Autorin, Regiseurin und Kulissengestalterin mit modernen Medien im Ort der Rosse, „rossunga“, nachging.

Die fixe Idee der Nixifee
Mit dem Gastspiel des Rotznasentheaters am 5. November 2023 fand das Jubiläumsjahr „1250 Jahre Rüssingen“ seinen glanzvollen Abschluss. Nach der Abendvorstellung für Erwachsene am Vortag begeisterte am Sonntagnachmittag das Stück „Die fixe Idee der Nixifee“ vor allem das junge Publikum.

In der fantasievollen Unterwasserwelt erzählt das Theater die Geschichte einer Nixifee, die zwischen Korallen und Muscheln mit den Folgen von Plastikmüll im Meer konfrontiert wird und sich auf Spurensuche begibt. Die kurzweilige und zugleich nachdenkliche Aufführung bot beste Unterhaltung für Jung und Alt und setzte einen stimmungsvollen Schlusspunkt unter das ereignisreiche Jubiläumsjahr.